Verbesserte Versorgung von Diabetespatienten in Dubai

bfw-Unternehmen für Bildung • Weiterbildung von Stroke Nurses mit Hospitationen in Deutschland

drei Frauen bei einem liegenden Patienten im Krankenbett

Das bfw-Unternehmen für Bildung ist seit über 60 Jahren ein führender Bildungsdienstleister in Deutschland. Die Kompetenzen des bfw im Gesundheits- und Sozialbereich werden seit 2004 in der Sparte maxQ gebündelt. maxQ steht für maximale Qualität und Qualifizierung, aktuelles Fachwissen, bedarfsgerechte Angebote und langjährige Praxis.

maxQ beschäftigt bundesweit in ihren 26 Bildungsstätten rund 250 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die jährlich 10.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer bei ihrer Aus-, Fort und Weiterbildung betreuen. Im vergangenen Jahr erzielte maxQ einen Umsatz von rund 21 Millionen Euro.

Seit rund 20 Jahren ist das bfw im Rahmen von Projekten und Netzwerkaktivitäten vor allem in Europa, aber zunehmend auch im außereuropäischen Ausland aktiv.

Das Projekt "International Vocational und Educational Training for the Health Sector Dubai" (iVET4Health) wurde im Rahmen des vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten Programms "Export von Berufsbildungsdienstleistungen" entwickelt. Partner des bfw waren auf deutscher Seite das Institut für Arbeit und Technik Gelsenkirchen, das Fraunhofer-Institut IESE in Kaiserslautern,  die vallomed GmbH und das Universitätsklinikum Gießen-Marburg.  

Konkret ging es um die qualifizierte Versorgung von Diabetespatienten in Dubai. Diabetes zählt weltweit mit etwa 350 Millionen Patientinnen und Patienten zu den häufigsten chronischen Krankheiten. Zur Versorgung der Betroffenen bedarf es abgestimmter Behandlungsprogramme und des fachgerechten Umgangs mit Komplikationen wie chronischen Wunden, Nierenversagen und Schlaganfällen. In Dubai gibt es eine weit überdurchschnittliche Anzahl von Diabetikern. Zudem bildet Dubai einen Referenzmarkt für die Golfstaaten und den asiatischen Raum.

Das strategische Ziel im Projekt war die Entwicklung und Erprobung von Bildungsangeboten nach internationalen Standards, um sie in die Golfregion zu übertragen. In der ersten Projektphase wurde eine Diabetesversorgungs- und wertschöpfungskette von der Prävention bis zur Komplikationsbehandlung erstellt und mit den Partnern in Dubai abgestimmt. Besonderer Bedarf wurde seitens der klinischen Versorger sowie der Dubai Health Authority bei den Themen Basisqualifikation für indische Pflegekräfte, Casemanagement, Notfallmanagement sowie Nierenversagen und Schlaganfallbehandlung als wesentliche Komplikationen bei Diabetikern gesehen.

Ein großer thematischer Schwerpunkt lag in den weiteren Projektphasen auf der Verbesserung der Schlaganfallversorgung, da hier durch Optimierungen in der Versorgungskette erhebliche Erfolge erzielt werden können. Konkret sollte ein Qualifizierungsangebot entwickelt werden, das die dort arbeitenden Pflegekräfte befähigt, an zertifizierten Schlaganfalleinheiten als "Stroke Nurse" zu arbeiten. In diesem Rahmen wurde das von der Deutschen Schlaganfallgesellschaft (DSG) zertifizierte Weiterbildungsangebot zur "Stroke Nurse" an den dortigen Bedarf angepasst und als Blended-Learning-Angebot umgesetzt. 

Die 6-monatige, 240 Stunden umfassende Weiterbildung besteht aus sechs Modulen, beinhaltet neben einer 3-tägigen Einführung eine Selbstlernphase von etwa 160 Unterrichtseinheiten und endet mit einem 2-wöchigen, praktischen Präsenztraining, bestehend aus einer einwöchigen Hospitation in einer zertifizierten Schlaganfalleinheit und einem einwöchigen Präsenzseminar.

Ein erster Durchlauf des kompletten Programms wurde mit drei Pflegekräften aus dem Oman durchgeführt, die in Deutschland an Hospitationen teilnahmen und im August 2014 ihre Ausbildung erfolgreich abschlossen. Alle Beteiligten - von den Teilnehmerinnen bis zu Regierungsmitgliedern - loben die gelungene transkulturelle Kooperation und Kommunikation.

Gegenwärtig werden weitere Modelle erarbeitet, die in verkürzter Form und mittels Vor-Ort-Hospitationen die kostenintensive "Vollvariante" mit zweiwöchigem Aufenthalt in Deutschland ergänzen.

Basis für das Projekt war eine vorausgegangene Kooperation des Landes Rheinland-Pfalz mit den Dubai Health Authorities: Die Landesregierung Rheinland-Pfalz verfolgt seit mehreren Jahren in Zusammenarbeit mit einem Netzwerk von Schlaganfallexperten (Netzwerk "experts in stroke") den Aufbau einer Schlaganfallversorgung in den Golfstaaten.

In diesem Rahmen wurde eine erste Stroke Unit im Rashid Hospital in Dubai nach den Kriterien der Deutschen Schlaganfallversorgung eingerichtet und im Oktober 2014 zertifiziert. Parallel haben die Partner in den Golfstaaten begonnen, eine Schlaganfallgesellschaft für die Region aufzubauen. Inzwischen hat die Europäische Dachgesellschaft, die European Stroke Organisation, das Interesse an einem weiteren Einsatz des Qualifizierungsprogramms in anderen Zielregionen bekundet, beispielsweise in Russland.


Information

Das Erfolgsbeispiel ist der Broschüre Developing Skills for Employability with German Partners • 8 Success Stories from the Health and Geriatric Care Sector entnommen. Die Broschüre ist im Dezember 2015 erschienen.

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Gruppenbild bei dem einige Personen Dokumente in die Kamera halten